Beagle Info

Herkunft und Geschichtliches

Der Beagle ist ein englischer Jagdhund, der speziell für die selbstständige Treibjagd auf Hasen und Füchse gezüchtet wurde. Man zählt ihn auch zu der Gruppe der Hounds. Damit sind die Hunderassen gemeint, deren Ursprung auf die Treibjagd allgemein zurückgeht. Zu dieser Gruppe gehören auch die Foxhounds, Bassets, Harrier, Bloodhound usw. Wie alle diese Hunderassen zeichnet er sich durch die herausragende Fähigkeit der Spurensuche aus. Beagle jagen hauptsächlich in der Meute und werden, im Gegensatz zu den Foxhounds, zu Fuß begleitet. Daher wurde er auch als der Treibhund der armen Leute bezeichnet, was aber so nicht ganz stimmt. Selbst die englische Königin Victoria besaß mehrere Beagle-Meuten. Den Ursprung dieser Hunderassen vermutet man in Frankreich im Bereich der Normandie. Von dort aus soll er nach England gelangt und dann erst zu den verschiedenen Hunderassen der Hounds ausgebaut worden sein. Erstmalig erwähnt wurde der Begriff Beagle bereits im 16. Jahrhundert. Damals wurde der Begriff "beagling" als eine Form der Hundejagd in einer Meute geprägt. Als wirklich eigenständige Hunderasse existiert der Beagle erst seit dem Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts.
 

Wesen und Aussehen

Beagles sind fröhliche, relativ anspruchslose und sehr gutmütige Hunde. Diese Eigenschaften bedingen ihre oftmalige Verwendung als Versuchstiere. Als Meutehunde sind sie ausgesprochene Rudeltiere und benötigen die Gesellschaft anderer Hunde. Hier gibt es noch einige interessante Beispiele für die Farbe Bicolor.
 

Der Beagle als Familienhund?

Jeder, der mit dem Gedanken spielt, sich einen Beagle anzuschaffen, weil diese Hunde fröhlich, hübsch anzusehen und nicht aggressiv sind, sei gewarnt! Ein Beagle ist eigentlich kein Hund für jemanden, der keine Erfahrung mit Hunden hat. Man darf eines nicht übersehen: Diese Hunderasse wurde jahrhundertelang nur auf die Jagd in der Meute gezüchtet. Jeder Beagle, der nicht optimal der Spurensuche und Treibjagd nachging, aber auch solche, die Aggressionen innerhalb der Meute zeigten, wurde gnadenlos aussortiert. Daher stammen auch seine besonderen Fähigkeiten und sein Äußeres. Der Beagle war ursprünglich ein Funktionshund und bis ins 20. Jahrhundert jedenfalls nicht als Familienhund gezüchtet. Dieses Erbe trägt diese Hunderasse heute noch in sich. Man braucht Erfahrung, eine feste Hand, sehr viel Geduld und viel Liebe bei der Aufzucht eines Beagles, ansonsten kann sich der Hund auch schnell zum Katastrophen-Hund entwickeln. Verfressenheit und der gnadenlose Hang zur Jagd bestimmen heute noch sein Wesen. Ein Lied, das beinahe alle Beagle-Besitzer singen können. Das Risiko, dass ein Beagle plötzlich eine Spur aufnimmt und dieser dann selbstständig nachgeht, ist immer gegeben. Da hilft dann meistens auch kein Rufen und Schreien mehr.

Wie finde ich den richtigen Züchter?

Nehmen Sie Kontakt mit einem angesehenen Züchter auf. Züchteradressen erhalten Sie über die Welpenvermittlung, e-Mail welpen@beagleclub.de) oder die Homepage des Beagle Club Deutschland e.V. (BCD), übrigens dem einzigen Verein dieser Rasse, der Mitglied im VDH, der FCI und dem JGHV ist.

Besuchen Sie, wo Sie die Möglichkeit haben, Hundeausstellungen und nehmen Sie Kontakt zu jenen Ausstellern auf, deren Hunde Sie am meisten ansprechen. Besuchen Sie Landesgruppen des BCD und informieren Sie sich über deren Hunde. Informationen hierüber finden Sie ebenfalls auf der Homepage des BCD.

Verantwortungsbewusste Züchter mit echtem Interesse am Wohlergehen ihrer Hunde werden auch Sie eingehend befragen. Und Sie sollten sich dem nicht widersetzen. Hüten Sie sich vor dem Züchter, der behauptet, genau den richtigen Hund für Sie parat zu haben, sich aber nicht weiter für Ihre Lebensumstände interessiert. Jene Züchter, die Sie zu sich nach Hause einladen, damit Sie sich ein Bild von ihren Hunden machen können und die mit Ihnen über die Hunde sprechen, sind empfehlenswerter. Machen Sie also einen Termin mit dem Züchter. Sehen Sie sich die erwachsenen Hunde an und stellen Sie sich vor, einer davon würde bei Ihnen leben. Besprechen Sie Ihre Wünsche eingehend mit dem Züchter. Einen Hund kauft man nicht wie einen Sack Kartoffeln, und Welpen gibt es nicht auf Bestellung. Seien Sie geduldig, Wartezeit ist immer besser als der impulsive Kauf eines Hundes.

Haben Sie Ihr Vertrauen einem Züchter geschenkt, so sollten Sie jetzt darauf warten, dass sich der Züchter nach erfolgtem Wurf bei Ihnen meldet. Er kennt Ihre Vorstellungen und kann einen Welpen für Sie aussuchen. Aber auch wenn die anderen Welpen vergeben sind, schauen Sie sich bei Ihrem Besuch unbedingt den ganzen Wurf an. Nur so haben Sie die Möglichkeit, Ihren Hund in Relation zu den anderen zu sehen.

Ihr Welpe sollte auf jeden Fall etwas pummelig sein, weder fett noch dürr, starke Knochen haben und gut riechen. Zu beobachten, wie Welpen mit ihren Wurfgeschwistern umgehen, ist wichtig. Ein Welpe, der zurückhaltend und schüchtern ist, verlangt viel Geduld und Arbeit. Einen wirklich ängstlichen Hund sollten Sie nicht kaufen. Ein derartiges Verhalten ist rasseuntypisch und wird immer ein größeres Problem bleiben.

 

Warum kostet ein Beagle im Beagle Club mehr als anderswo?

Zum einen hat ein Züchter im BCD höhere "Einmal-Ausgaben" als einer der Dissidenz, z.B. der Zwingerschutz. Zum anderen muss ein BCD-Züchter seine Hunde zuchttauglich bekommen, d.h. er muss i.d.R. zu mindestens drei Hundeausstellungen fahren. Hier fallen zuzüglich zu den Meldegebühren noch die Anfahrten und häufig auch Übernachtungen am Ausstellungsort an.
Jetzt könnte man denken, dass diese Kosten doch sehr schnell abgedeckt sein sollten. Naja, es darf natürlich nicht vernachlässigt werden, dass bei jedem Wurf ein Deckrüde benötigt wird, der i.d.R nicht auch bei dem Züchter wohnt. Somit ist also auch eine Deck-Taxe zu entrichten. Zusätzlich muss für jeden Welpen eine FCI-anerkannte Ahnentafel erworben werden. Sie werden jetzt sicherlich sagen: "Wozu brauche ich eine Ahnentafel, wenn ich doch nicht züchten, sodern nur einen Familienhund haben will?" Durch eine Ahnentafel des BCD können Sie sich sicher sein, dass ihr Hund von sauberer Abstammung ist. Des Weiteren sind im BCD gezüchtete Welpen mehrfach entwurmt, geimpft, kontrolliert, tätowiert und oft, wie z.B. bei uns, auch zusätzlich noch gechipt . Weiterhin können Sie sich sicher sein, dass im BCD gezüchtete Welpen im sozialen Umfeld des Züchters und seiner Hunde aufgezogen werden. An dieser Stelle ist noch zusätzlich zu erwähnen, dass in der ganzen Kalkulation noch keine Ausgaben für Futter der Welpen, Zusatzfutter der Mutter, Tierarztkosten, etc. berücksichtigt sind. Weiterhin wird Ihnen Ihr Züchter auch nach der Abgabe des Welpen gerne helfend unter die Arme greifen.
Zu guter letzt ist noch zu erwähnen, dass der Anschaffungspreis eines Welpen den kleineren Anteil der Kosten eines Hundes ausmacht. Sie müssen rechnen, dass Ihr Hund i.d.R. eine Anschaffung für die nächsten 12-15 Jahre sein wird. Ihr Hund wird also mindestens EUR 1500,00 an Futter für sein Leben benötigen. Rechnen Sie auch mit mindestens EUR 500,00 für die jährlichen Impfungen. Sie werden mit Sicherheit auch des Öfteren mal mit ihm wegen eines Wehwehchen oder einer Krankheit zum Tierarzt gehen müssen.
 

Erziehung

Der selbstbewusste Charakter des Beagle macht eine konsequente Erziehung notwendig. Sie beginnt mit dem ersten Tag, an dem Sie den Welpen im Hause haben. Verbote müssen mit allem Nachdruck durchgesetzt werden. Lob und Streicheln sind die besten Belohnungen, wenn ein Befehl befolgt wird. Trotzdem wird er immer wieder versuchen, sich vor Gehorsam zu drücken. Lassen Sie es ihm trotz traurigen Welpenblicks nicht durchgehen.
 

Literaturempfehlung rund um den Beagle

Mittlerweile gibt es eine vergleichsweise große Auswahl an Literatur um und über den Beagle. Hier sind ein paar Bücherempfehlungen von unserer Seite:

"Beagle" von Thomas Warneke (ISBN: 3933228662)
"Beagle" von Jochen H. Eberhardt (ISBN: 3898600823)
Diese beiden deutschen Bücher sind kompromisslos zu empfehlen und sich intensivst über die Rasse zu informieren.

"Beagle heute" von Andrew H. Brace (ISBN: 3933228107)
Dieses Buch ist "das" Standardwerk schlechthin, im Original in englischer Sprache.

"Mein gesunder Beagle" von Paul Jordan (ISBN: 393179203X)
Dieses Buch geht mehr auf die Gesundheit des Beagles ein, als auf den Beagle selbst. hier bleibt der Autor etwas oberflächlich.

"Ratgeber für ein glückliches Beagle-Leben" von Bärbel Kronz (ISBN: 3861277778)
Dieses Buch ist sehr leicht verständlich geschrieben, kann aber vom Sachgehalt nicht mit den ersten drei genannten Büchern mithalten.

"Lieb, Verschmust, Verfressen - Das neue Beagle-Buch" (ISBN: 3938142545)
Dieses Buch erzählt Alltagsgeschichten von und über Beagles. Auch wenn es sich nicht mit dem Beagle selbst beschäftigt, ist es dennoch ein "Augenschmaus".

"Julia, Prinzessin Schlappohr" von Hannelore Pudelko (ISBN: 3924008744)
"Perth" von Peter Martin (ISBN: 3423205431)

 

Erziehungsbücher

"Mit Hunden sprechen" und "Mit Hunden leben" von Jan Fennel (ISBN: 3548364543 und 3548367542)
in englischer Sprache auch als DVD und VHS erhältlich (ASIN: B000A3OOHW und B000A3OOHM)

"Das Kosmos Erziehungsprogramm für Hunde" von Nicole Hoefs und Petra Führmann (ISBN: 3440077756)

"Clickertraining für Welpen" von Martin Pietralla und Barbara Schöning (ISBN: 344009037X)

 

Hundebücher Allgemein

"Calming Signals" von von Turid Rugaas (ISBN: 3936188017)
auch als DVD und VHS erhältlich (ISBN 393618822X und 3936188025)

"Bach-Blüten für Hunde" von Petra Stein (ISBN: 3440089673)

"Homöopathie für Hunde" von A. H. Westerhuis (ISBN: 3426871114)